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Durchbruch im längsten und tiefsten Eisenbahntunnel der Welt – Europa wächst wieder ein Stück weiter zusammen.

Am vergangen Freitag war es soweit. Der längsten Tunnel der Welt, der Gotthard-Basistunnel, wurde am 15.10.2010 durchgestoßen. 30 km vom Südportal und 27 km vom Nordportal entfernt fand am vergangenen Freitag in der Oströhre der erste Hauptdurchschlag am Gotthard statt. Die Tunnelbohrmaschine durchbrach von Faido her kommend gegen 14.30 Uhr die letzten Meter Fels auf dem Weg nach Sedrun.

Gotthard

13 Millionen Kubikmeter Gestein mussten noch aus dem Weg geräumt werden, danach rückten der Norden und der Süden des europäischen Kontinents mehr als 2000 Meter unter den Schweizer Alpen näher zusammen. Bauende der „Jahrhundertbaustelle“ wird allerdings erst im Jahre 2017 sein. Erst dann können in zwei Röhren die Hochgeschwindigkeitszüge unter dem Berg durchrasen. Bis zu 300 Züge sollen an einem Tag mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometer durch den Gotthard fahren.

Gotthard gotthard


Der Gotthard-Basistunnel unterquert die Alpen auf einer Länge von 57 km und verbindet das Nordportal in Erstfeld (Kanton Uri) und das Südportal in Bodio (Kanton Tessin). Mit einer Felsüberlagerung von bis zu 2500 Metern ist der Gotthard-Basistunnel auch der tiefste bisher gebaute Eisenbahntunnel der Welt. Zusammen mit dem 15,4 km langen Ceneri-Basistunnel bildet der Gotthard-Basistunnel eine Flachbahn durch die Alpen.

Der Bau des Gotthard-Basistunnel
Der Gotthard-Basistunnel besteht aus zwei parallelen Einspurröhren, die alle 325 Meter mit einem ca. 40 Meter langen Querschlag verbunden sind. Insgesamt misst das Tunnelsystem des Gotthard-Basistunnels mit allen Tunnels, Schächten und Stollen 151,8 km. An den Drittelspunkten, in Faido und Sedrun, befinden sich Multifunktionsstellen, die als Nothaltestellen sowie Spurwechsel dienen. Gebaut wurde der Gotthard-Basistunnel parallel an den fünf Abschnitten Erstfeld, Amsteg, Sedrun, Faido und Bodio. Erste Vorarbeiten erfolgten bereits 1993 mit dem Sondiersystem Piora und von 1996 bis 1998 mit der Sprengung der Zugangsstollen in Sedrun, Faido und Amsteg. Seit 2001 wird an den Hauptlosen gebaut. Der zweite Hauptdurchschlag in der Weströhre erfolgt voraussichtlich im April 2011.

Baudaten:
Baubeginn: 1993 Sondierung, 1996 Sprengvortrieb
Durchschlag 15.10.2010
Fertigstellung: Ende 2017
Bewegte Gesteinsmasse: 24 Millionen Tonnen
Geschätzte Baukosten: 19 Milliarden Schweizer Franken (14,2 Milliarden Euro)
Anzahl Bergleute: 2500 (davon 7 Personen tödlich verunglückt)
Link zum Projekt: http://www.alptransit.ch

Tunneldaten:
Streckenlänge: 57 km je Röhre inklusiv 151,8 km Stollen
Tiefe: bis zu 2500 m
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Reisegeschwindigkeit: ca. 200 km/h
Züge pro Tag: 300 Personen- und Güterzüge
Transportleistung der Güterzüge: 40 Millionen Tonnen/Jahr
Zeitersparnis: 1 Stunde (2 h 50 min statt 3 h 40 min)

Alle Produktionssteuerungen von Dorner
Für die gesamte Betonproduktion des Jahrhundertprojektes sind nicht weniger als 8 Produktionssteuerungen von Dorner Electronic im Einsatz. Die Steuerungen sind sowohl über, als auch unter Tage im Einsatz.

Mehrsprachigkeit
Die Anlagen werden von Deutsch und Italienisch sprechenden Mischmeistern bedient. Die Darstellung am Monitor erfolgt jeweils in gewünschter Sprache.

Eisenbahnverladung der besonderen Art
Der produzierte Beton wird über eine speziell entwickelte Eisenbahnverladung mit Güterwaggons zum aktuellen Streckenabschnitt transportiert.

Temperaturmessung
Zur ständigen Produktionsüberwachung und zur Qualitätskontrolle werden periodische Temperaturmessungen durchgeführt. Die Daten werden auf den Chargenprotokollen ausgedruckt und sind sonst auch jederzeit abrufbar.

Feuchtemessung mit Mikrowellen
Die aktuelle Feuchte des Materials zu kennen ist eine Grundvoraussetzung um Beton von einwandfreier Qualität produzieren zu können. Dorner setzt dabei auf Mikrowellensonden mit einer ausgetüftelten Messsoftware.

Sicherheit ist alles
Um das Risiko von Stehzeiten zu minimieren, sind auf der Baustelle Ersatzteile gelagert. Ein genauer Zeitplan erfordert ein Höchstmaß an Betriebssicherheit.

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 last update 18.10.2010